{"id":11281,"date":"2024-10-07T14:16:30","date_gmt":"2024-10-07T14:16:30","guid":{"rendered":"https:\/\/ifit.ch\/?p=11281"},"modified":"2026-06-22T09:19:48","modified_gmt":"2026-06-22T09:19:48","slug":"feste-h%e2%82%82-speicherung-mit-magnesiumhydrid-mgh%e2%82%82","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ifit.ch\/?p=11281","title":{"rendered":"Feste H\u2082-Speicherung mit Magnesiumhydrid (MgH\u2082)"},"content":{"rendered":"\n<h3 id=\"0-finalist-beim-europ%C3%A4ischen-erfinderpreis-2023-\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Finalist beim Europ\u00e4ischen Erfinderpreis 2023<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11302\" srcset=\"https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-300x225.jpg 300w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-768x576.jpg 768w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-38-45-1980x1485.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jomi Leman is a company that patents an electrochemical device for the storage of hydrogen. Michel Jehan, President and CEO of Jomi Leman and co inventor Daniel Fruchart, direction recherche Jomi Leman and co inventor Nathalie Skryabina, direction recherche Jomi Leman and co inventor Albin Chaise, co inventor Patricia Derango, CNRS, institut NEEL, co inventor.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wasserstoff spielt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Energiewende. Er liefert dreimal soviel Energie wie fossile Brennstoffe. Allerdings ben\u00f6tigt er daf\u00fcr auch mehr Platz, und um ihn zu komprimieren und zu speichern, braucht man mehr Energie. Das multidisziplin\u00e4re franz\u00f6sische Team Patricia de Rango, Daniel Fruchart, Albin Chaise, Michel Jehan und Nataliya Skryabina hat einen Weg gefunden, Wasserstoff sicher und effizient in fester Form zu speichern und dadurch die Lagerung und den Transport zu erleichtern. F\u00fcr ihre vielversprechende Arbeit wurde das franz\u00f6sische Team aus mehr als 600 Kandidatinnen und Kandidaten f\u00fcr den Europ\u00e4ischen Erfinderpreis 2023 in die Riege der Finalisten in der Kategorie \u201eForschung\u201c gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h4 id=\"1-mit-wasserstoff-k%C3%B6nnte-die-globale-abkehr-vom-co%E2%82%82-gelingen-\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Mit Wasserstoff k\u00f6nnte die globale Abkehr vom CO\u2082 gelingen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem von der Internationalen Energieagentur (IEA) ver\u00f6ffentlichten Global Hydrogen Review 2022 belief sich die Nachfrage nach dem Element im Jahr 2021 auf 94 Millionen Tonnen und machte etwa 2,5&nbsp;% des weltweiten Energieendverbrauchs aus. Die gesamte Branche treibt insbesondere die Frage um, wie man Wasserstoff sicherer und effizienter speichern kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11299\" srcset=\"https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-300x225.jpg 300w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-768x576.jpg 768w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/ifit.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/NG_PATRICIA-DE-RANGO-18-50-1980x1485.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jomi Leman is a company that patents an electrochemical device for the storage of hydrogen. Michel Jehan, President and CEO of Jomi Leman and co inventor Daniel Fruchart, direction recherche Jomi Leman and co inventor Nathalie Skryabina, direction recherche Jomi Leman and co inventor Albin Chaise, co inventor Patricia Derango, CNRS, institut NEEL, co inventor.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit ihrer geballten physikalisch-technischen Expertise haben die franz\u00f6sischen Forscher eine atomare Struktur und ein neues Verfahren entwickelt. Damit l\u00e4sst sich H\u2082 in Form von Platten speichern. Die sind sicher und stabil und entz\u00fcnden sich nicht bei Erhitzung. Dar\u00fcber hinaus wird bei dieser Methode weniger Energie verbraucht als bei der Speicherung von H\u2082 in fl\u00fcssiger Form oder gasf\u00f6rmig unter Hochdruck. Damit ist das Verfahren auch nachhaltiger. Die Platten k\u00f6nnen ohne Verlust jahrelang gelagert werden. \u201eAufgrund des geringen Drucks ist das System \u00e4u\u00dferst sicher\u201c, so Daniel Fruchart, einer der Experten des Teams, \u201eich kann die Platte direkt auf den Tisch legen, und sie reagiert \u00fcberhaupt nicht mit der Luft.\u201c Das Team verwendet Magnesiumhydrid (MgH\u2082) zur Speicherung des Wasserstoffs. Zur Kontrolle der W\u00e4rmeentwicklung bei der Abgabe des H\u2082 wird diesem Gemisch expandiertes Graphit zugesetzt. Anschlie\u00dfend wird es mechanisch in Plattenform gepresst und ist somit einfach zu lagern und zu transportieren. Au\u00dferdem wird die Reaktionsw\u00e4rme reversibel gespeichert. Damit erh\u00f6ht sich die Gesamtenergieeffizienz um 80&nbsp;%. Die Erfindung kommt bereits in Europa, Australien und Japan zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<h4 id=\"2-multidisziplin%C3%A4re-zusammenarbeit\" class=\"wp-block-heading\">Multidisziplin\u00e4re Zusammenarbeit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem er auf seiner wissenschaftlichen Reise von der Mathematik zur Physik und Chemie weitergezogen war, fing Fruchart an, sich f\u00fcr Materialien zur Energieumwandlung und -\u00fcbertragung zu interessieren. Er untersuchte die Eigenschaften von Magnesiumhydrid und entwickelte sp\u00e4ter im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit de Rango und Skryabina ein gro\u00dfes Interesse am Thema der Wasserstoffspeicherung. Nach Entwicklung eines gr\u00f6\u00dferen Prototyps ihrer Erfindung kamen sie mit Jehan zusammen, und von diesem Zeitpunkt an arbeitete das Team mit dem von Jehan gegr\u00fcndeten Unternehmen JOMI-LEMAN als Industriepartner zusammen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu dieser Zeit promovierte Chaise bei Patricia de Rango. Er entwickelte das Verfahren zur Mischung und Kompaktierung und k\u00fcmmerte sich um das Verhalten der Platte. De Rango entwarf die Lagertanks f\u00fcr die Platten und untersuchte die Entwicklungsprozesse und die Eigenschaften der beteiligten chemischen Verbindungen. W\u00e4hrenddessen arbeitete Daniel Fruchart weiter an der Untersuchung von Magnesiumhydrid und entwickelte nach Kontaktaufnahme mit Michel Jehan schlie\u00dflich die in dem Verfahren eingesetzte Technologie. Nataliya Skryabina besch\u00e4ftigte sich mit den M\u00f6glichkeiten, die Wasserstoff in Verbindung mit anderen Materialien bietet, sowie mit deren chemischen und physikalischen Eigenschaften.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWichtig ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Grundlagenforschung, etwas gemeinsam zu entwickeln und nicht jeder f\u00fcr sich\u201c, erkl\u00e4rt Patricia de Rango, die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Grenoble ist. \u201eIch finde, unser Team ist wie ein Orchester\u201c, f\u00fcgt Nataliya Skryabina, Leiterin der Forschungsabteilung bei JOMI-LEMAN, hinzu. &#187; Jeder ist ein ganz eigenes Instrument. Jeder kann auch alleine spielen, aber das ist dann noch keine Musik, sondern nur ein kleiner Teil davon.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas Wesentliche ist ein neuer Ansatz zur sicheren Speicherung von Wasserstoff\u201c, erkl\u00e4rt Michel Jehan, Pr\u00e4sident und CEO von JOMI-LEMAN. \u201eDas ist wirklich wichtig, denn was wir da machen, ist f\u00fcr die n\u00e4chsten 20 Jahre und l\u00e4nger gedacht.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Bekanntgabe der Gewinner des Europ\u00e4ischen Erfinderpreises 2023 erfolgte am 4.\u202fJuli\u202f2023 in Valencia (Spanien) im Rahmen einer hybriden Preisverleihungszeremonie.<\/strong> Sie wurde <a href=\"https:\/\/inventoraward.epo.org\/\">online \u00fcbertragen<\/a> und stand allen Interessierten zur Teilnahme offen.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"3-weitere-hinweise-und-quellen\" class=\"wp-block-heading\">Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mit 6 300 Besch\u00e4ftigten ist das <a href=\"https:\/\/www.epo.org\/index_de.html\">Europ\u00e4ische Patentamt (EPA)<\/a> eine der gr\u00f6\u00dften Beh\u00f6rden in Europa. Das Amt, das seinen Hauptsitz in M\u00fcnchen sowie Niederlassungen in Berlin, Br\u00fcssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegr\u00fcndet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu st\u00e4rken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA k\u00f6nnen Erfinderinnen und Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 44 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von rund 700 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist zudem weltweit f\u00fchrend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Europ\u00e4ische Erfinderpreis ist einer der renommiertesten Innovationspreise in Europa. Er wurde 2006 vom EPA ins Leben gerufen und ehrt Einzelpersonen und Teams, die L\u00f6sungen f\u00fcr einige der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen unserer Zeit gefunden haben. Die Finalisten und Gewinner werden von einer unabh\u00e4ngigen Jury ausgew\u00e4hlt, die sich aus fr\u00fcheren Finalisten des Preises zusammensetzt. Gemeinsam pr\u00fcfen sie die Vorschl\u00e4ge hinsichtlich ihres Beitrags zum technischen Fortschritt, zur sozialen und nachhaltigen Entwicklung und zum wirtschaftlichen Wohlstand. Allen Erfindern muss ein europ\u00e4isches Patent f\u00fcr ihre Erfindung erteilt worden sein.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Finalist beim Europ\u00e4ischen Erfinderpreis 2023 Wasserstoff spielt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Energiewende. Er liefert dreimal soviel Energie wie fossile Brennstoffe. Allerdings ben\u00f6tigt er daf\u00fcr auch mehr Platz, und um ihn zu komprimieren und zu speichern, braucht man mehr Energie. 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